Ein Jahr mit vielen Herausforderungen

Schwieriger Einstieg
Seit September arbeite ich nun auf dem Gurten – Park im Grünen als Praktikantin in den Bereichen Marketing, Sales und Events. Als wäre der Einstieg in eine neue Branche und die Einarbeitung in neue Aufgaben nicht schon herausfordernd genug, scheint es, als hätte ich dieses Jahr eine extra Herausforderung erhalten. Gerade als ich das Gefühl hatte im Gurten-Geschehen angekommen zu sein, sind die Fallzahlen in der Schweiz und im Kanton Bern erneut drastisch angestiegen. Es folgten kantonale Restriktionen und schliesslich bundesweite Einschränkungen. So bin ich seit fast einem Monat dabei, Gäste mit bestehenden Reservationen bis zum 22. Januar zu kontaktieren und ihnen schweren Herzens mitzuteilen, dass wir ihre Reservation leider stornieren müssen. Unsere Restaurants Gurtners und Tapis Rouge müssen nämlich bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Verfügung des Bundesrats geschlossen bleiben.

Nur nicht die Hoffnung aufgeben
Wenn ich nicht im Büro auf dem Gurten anzutreffen bin, halte ich mich in Luzern auf. Dort besuche ich jeweils montags und dienstags die HFT, die höhere Fachschule für Tourismus. Tourismus in allen seinen Formen und Farben fasziniert mich. Wie Sie sich bestimmt vorstellen können, ist der Einstieg in die Tourismusbranche aktuell aber alles andere als einfach. Dennoch bin ich der festen Meinung, dass es keinen schlechten Zeitpunkt gibt, um sich weiterzubilden und -entwickeln. Nach jedem Tief kommt ein Hoch. Da bin ich nun also, inmitten einer Krise, im gleichen Boot sitzend mit allen meinen Studiums- und Arbeitskollegen, ohne zu wissen wie es mit unserem Fachgebiet weitergeht. Und doch bleibe ich zuversichtlich. Das habe ich nicht zuletzt auch dem Gurten-Team zu verdanken, welches es erstaunlich gut meistert, auch in schweren Zeiten positiv zu sein.

Alles zu seiner Zeit
Ich hinterfrage nicht, ob das Tourismusstudium die richtige Wahl war. Davon bin ich nämlich überzeugt. Was ich mich manchmal frage, ist, welche weiteren Hürden noch auf mich zukommen werden. Der Tourismus hat sich bereits und wird sich auch nach diesem Jahr noch weiter verändern. Ich habe das starke Gefühl, dass wir mehr als jemals zuvor gefordert sein werden, flexibel zu sein. Ich glaube fest daran, dass die Menschen die Lust nach Abenteuern und Reisen nicht verloren haben. Der Drang nach fremden Kulturen und einer gewissen Freiheit wird zu gegebener Zeit wiederkommen und doch hat in diesem Jahr ein grosses Umdenken stattgefunden. Inwiefern sich diese Wandlung auf das Reiseverhalten der Menschen auswirkt, werden wir sehen. Auch ich werde mich irgendwann in der Zukunft wieder auf und davon machen. Mein Traum ist es schliesslich, so viel wie möglich von der Welt zu sehen, neue Kulturen zu entdecken, Sprachen zu lernen und für eine gewisse Zeit auch im Ausland zu arbeiten.

Aus einem anderen Blickwinkel
Bis es so weit ist, finde ich es wichtig, auf sich selbst und andere Mitmenschen Acht zu geben. Einander respektvoll und hilfsbereit gegenüber zu treten und dabei nicht nur an sich zu denken. Wie viele von uns, empfinde auch ich dieses Jahr nicht nur als negativ. Abgesehen von den vielen neuen Hobbyköchen, die es im Jahr 2020 geben hat, finde ich, dass es doch vielen von uns nicht geschadet hat, einmal einen Gang herunterzuschalten. Wieder einmal denjenigen Tätigkeiten nachzugehen, die schon fast in Vergessenheit geraten sind und welche wir doch eigentlich gerne tun würden, wenn uns nicht ständig die Zeit dafür fehlen würde.

Durchhalten ist gefragt
So hoffe ich für alle ungeduldigen Reisefreunde, dass sie noch ein bisschen Geduld haben, bis sie ihre Rucksäcke und Koffer wieder packen zu dürfen. Die Freude für ein bevorstehendes Abenteuer wird nach dieser Reisedurststrecke umso grösser sein. Und Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Ich persönlich freue mich darauf, wenn die Schweizerinnen und Schweizer die aktuell begründete Angst vor Nähe zu den Mitmenschen – sobald sich die Situation beruhigt hat – wieder etwas ablegen können. So können wir dann auch wieder das Land bzw. die herzliche Bevölkerung präsentieren, die wir eigentlich sind. Ich wünsche mir für jedem Einzelnen viel Durchhaltevermögen und natürlich beste Gesundheit.

28.12.2020, Rabea Gasche, Praktikantin Marketing, Sales & Events