Challenge accepted!

#experimentvegan; einen Monat vegan Essen und ich mittendrin in dieser Challenge. Dass ich das #experimentvegan durchziehe, war für mich von Anfang an klar. Einen Monat auf tierische Produkte zu verzichten, ist doch einfach oder etwa doch nicht?

Bereits zum Jahresstart habe ich mich mit dem Thema Veganismus befasst. Das Einkaufen dauerte sehr viel länger als sonst. Bei jedem Produkt zuerst die Zutaten kontrollieren, ist schon sehr zeitintensiv. Ich habe das Experiment genutzt, um auch gleich meine gesamten Pflegeprodukte auszuwechseln. Ich war bereits vorher pro Naturkosmetik. Aber nachdem ich jetzt weiss, was alles in einen Duschmittel drin ist, verstehe ich nicht, wieso solche Produkte überhaupt verkauft werden dürfen. Keine Angst, ich werde jetzt schon nicht zur «super veganen Öko-Tante.»

Der Start in den veganen Februar liefsehr gut. Ich war topmotiviert, gut gelaunt, voller Elan und habe mich bereits am ersten Tag in die Küche gewagt. Nach einer Stunde sah die Küche jedoch aus wie ein Schlachtfeld. Der Duft nach feinen Brownies stimmt mich jedoch zuversichtlich. Ich bin ja nicht gerade für meine Kochkünste bekannt. Daher war ich auch gespannt, was andere zu meinen Brownies sagen werden. Die Meinungen waren sehr unterschiedlich. Von «es ist speziell», «interessant», «es isch mau öpis angers» bis zu «dem Brownie ist alles Gute entzogen worden», habe ich alles gehört. Was lustig ist, die Meisten wollten sich nach ihrer negativen Aussage retten. So hiess es: «wenn man weiss, dass es Süsskartoffel-Brownies sind, sind die schon sehr fein». Es ist für mich auch kein Problem, dass nicht alle meine Brownies mögen, denn so bleibt mehr für mich. Ich persönlich finde die Süsskartoffel-Brownies super lecker. Ich mag es auch, wenn Süsses nicht unbedingt ungesund ist. Somit sind die veganen Brownies genau mein Ding. Ich möchte mich in diesem Monat nicht nur vegan ernähren, sondern vor allem auch gesund. Das heisst Fertiggerichte, aber auch Wein und Bier sind für einen Monat tabu. Dafür koche ich mir abends jeweils etwas Frisches und versuche auch mal etwas Neues aus. Zum Dessert gibt es aber auch mal ein Güetzi. Einer meiner Lieblingskekse ist sogar vegan.

In der ersten Woche habe ich am Abend oft an Hunger gelitten. Komisch, ich esse viel mehr als sonst und gehe mit Hunger ins Bett. Mein Körper muss sich einfach gerade an die gesamte Umstellung gewöhnen. Die ersten sieben Tage gingen jedoch schnell vorbei und ich fühlte mich super. Der achte Tag wurde dafür zur Challenge. Ein Tag in den Bergen, stellte ich mir vorab sehr schwer vor. Aber zum Glück gibt es gute Freunde, die einem beim Experiment unterstützen. Das Wetter meinte es auch gut mit uns und somit war das Picknick aus dem Rucksack im Schnee auch kein Problem.

Tag 9: Ich bin tatsächlich krank. Ich frage mich wieso? Ich bin nie krank! Und jetzt wo ich mich gesund ernähre, viel Gemüse und Früchte esse, werde ich einfach krank? Ich verstehe die Welt nicht mehr. Im Fieberdelirium suchte ich im Schrank nach den Medikamenten, welche wahrscheinlich das Ablaufdatum von vorgestern haben und wurde zum Glück fündig. Nun stellte sich die Frage, sind die Medis vegan oder nicht? In der Packungsbeilage fand ich die Zusammenstellung des Medikamentes, aber das half mir auch nicht weiter. Wer versteht diese Ausdrücke überhaupt? So musste ich mich entscheiden: Entweder ich leide den ganzen Tag oder ich gehen davon aus, dass es sich um rein pflanzliche Inhaltsstoffe handelt. Ich hatte keine Lust zu leiden, also entschloss ich mich für das Medikament. Auf die Hustenbonbons verzichtete ich schweren Herzens und trank einfach literweise Tee. In den Tagen 10 bis 13 kriselte es bei mir. Ich war tatsächlich genervt. Und zwar nicht, weil mir etwas fehlt und ich unbedingt ein Stück Fleisch, Käse oder einfach ein Milchkaffee möchte. Sondern weil ich mich die ganze Zeit damit auseinandersetzen muss, ob ich etwas essen darf oder nicht. Abends müsste ich eigentlich jeweils noch etwas kochen. Aber ich bin oft zu müde und so esse ich sehr eintönig und wahrscheinlich deutlich zu wenig. Tag 14: Ich habe die Krise überstanden und fühle mich wieder fit und motiviert. Nun ist auch schon die Hälfte des Experiments um und ich bin zuversichtlich, dass die zweite Hälfte einfacher wird.

Mein zwischenzeitliches Fazit zum Experiment: Sich vegan zu ernähren ist alles andere als einfach. Als Veganer/in fühlt man sich oft ausgeschlossen. So bin ich froh, dass wir vom Gurten – Park im Grünen hier bereits einiges anbieten. Im Gurtners ist seit Anfang Jahr immer ein veganes Gericht auf der Karte und auch im Selbstwahlrestaurant Tapis Rouge wird ein Menü ohne tierische Produkte angeboten. Und beim vegetarischen Kulturschür-Brunch dürfen alle Gäste mal bewusst auf Fleisch verzichten. Nun ist einfach unsere Kreativität gefragt, so dass wir zukünftig abwechslungsreiche und attraktives Gerichte ohne tierische Produkte anbieten können. Dafür trainieren wir schliesslich gerade vier Wochen lang. Nun freue ich mich auf den Endspurt und am 1. März gibt es dann auch endlich wieder einen Milchkaffee für mich. Den vermisse ich am meisten.

20.02.2020, Susanne Gygax, Leiterin Feiern & Tagen

Susanne Gygax, Leiterin Feiern & Tagen