Rückblick auf das #experimentvegan

Nach rund drei Wochen mit wieder für uns «normaler» Ernährung blicken wir nochmals zurück auf unser #experimentvegan. Es war ein spannender Monat voller kulinarischer Höhen- und Tiefflüge. Aber nochmals von vorne.

Die Geschäftsleitung des Gurten – Park im Grünen, welche sich für dieses Experiment begeistern liess, besteht aus «waschechten Gastronomen». So haben alle einen gastronomischen Beruf erlernt oder durften Ihre Sporen an einer Hotelfachschule abverdienen. Weiter sind alle auch sehr affin für kulinarische Neuentdeckungen und würden sich sicherlich der Kategorie «Genussmenschen» zuordnen lassen. Ob ein Stück Fleisch vom Holzkohlegrill, ein Apéroplättli mit Wurst und Käse oder ein schön sämiges Morchelrisotto – nur ein kleiner Auszug aus unserem favorisierten Speiseplan. Die ernährungstechnische Umstellung war für uns somit ziemlich einschneidend.

Trotz grosser Umstellung waren wir ziemlich schnell im veganen Alltag angelangt. Nach einem ersten «Basiseinkauf» veganer Produkte waren wir gerüstet für das Experiment. Schon bald kamen aus unserem sozialen Umfeld Fragen über unsere spezielle Ernährungsform. Gerade wenn man mit «engstirnigen» Menschen über das Thema Veganismus spricht, waren die Meinungen schnell gemacht, dass wir uns fortan von ungeniessbaren, nur industriell hergestellten Produkten ernähren werden. Hier können wir gleich intervenieren, denn dem war definitiv nicht so. Selbstverständlich braucht eine vegane Ernährungsumstellung eine akribische Planung. Wenn dies aber gewährleistet ist, dann kann man ganz viele leckere vegane Gerichte zubereiten. So kamen wir in den 29 Tagen dieses Experiments in den Genuss von wunderbaren Curries, Bohneneintöpfen, Linsen- oder Pastagerichten und noch vielem mehr. Das abwechselnde Kochen durch die einzelnen Experimentteilnehmenden hat zudem den Teamspirit gefördert und uns über Zubereitungsarten, Produktehinweise und saisonale Gegebenheiten intensiv diskutieren lassen.

Was hat uns nun schlussendlich das Experiment gebracht respektive welche Schlüsse können wir daraus ziehen:

Unsere Höhepunkte

  • Wir haben uns wieder bewusster mit unserem Lebensmittelkonsum sowie auch über Produkteinhalte auseinandergesetzt.
  • Wir haben Produkte oder Gerichte zubereitet, die wir so wohl nie gekocht hätten, die aber schlussendlich sehr lecker waren und allen geschmeckt haben.

Unsere Tiefpunkte

  • Es gibt unsere Meinung nach einfach Produkte, die aus tierischer Herstellung nun mal besser schmecken. So konnte wir uns mit veganem Käse in keiner Weise anfreunden.
  • Als Veganer ist man stets die Extrawurst. So gab es selten bis gar nie einen konventionellen Restaurantbesuch, bei welchem man seine vegane Ernährungseise nicht im Vorhinein hätte angeben müssen. Selbstverständlich sollten vegane Gäste ein gewisses Verständnis haben, dass nicht alles was zu Hause möglich ist, auch von einem Restaurant einfach zu bewerkstelligen ist. Nichtsdestotrotz könnte man ja ein vegetarisches Gericht auch gleich vegan zubereiten und so auf die Speisekarte nehmen.

Unser Fragezeichen

  • Wenn sich jemand für eine vegane Ernährungsweise entscheidet, dann finden wir das völlig in Ordnung. Was uns aber nachdenklich stimmt, dann sind es die vielen veganen Ersatzprodukte, die den tierischen Produkten in Aussehen und Geschmack sehr ähnlich kommen. Das muss unserer Meinung nach nicht sein. Wenn man sich von tierischen Produkten distanzieren und diese nicht konsumieren will, können doch vegane Ersatzprodukte auch einfach anders aussehen und schmecken. Oder?

Alles in allem können wir ein sehr positives Feedback zum #experimentvegan ziehen. Es war sehr spannend und lehrreich und hat unser Verständnis für die vegane Ernährungsweise sehr gefördert. Nach 29 Tagen waren wir aber grossmehrheitlich auch froh, wieder unsere «normalen» Ernährungsform weiterleben zu dürfen. Das Wegfallen von genauer Menüplanung hin zu Spontaneinkäufen nach Lust und Laune haben wir sehnlichst erwartet. Gerne werden wir nun die gewonnenen Erkenntnisse in die Weiterentwicklung des vegetarisch & gesunden Kulturschür-Brunches sowie die zukünftige Angebotsplanung einfliessen lassen.

Wir sind sicher, dass der Gurten – Park im Grünen sich im Bereich veganes Angebot zukünftig noch besser positionieren kann. Einen ersten Schritt konnten wir im Februar vollziehen und unsere Wahrnehmung zum Thema wurde definitiv gestärkt. Nun gilt es zuerst die Coronakrise heillos zu überstehen, den aktuell geschlossenen Betrieb wieder in den Normalzustand hochzufahren. In diesem Sinne: bleibt gesund!

19.03.2020, die Geschäftsleitung